Wer wir sind

wappen_transparentDie Freiwillige Feuerwehr der Stadt Ransbach-Baumbach konnte im Jahre 2008 auf eine 125-jährige Tradition zurückblicken. Zwei eigenständige Wehren hatten sich bereits Ende der 60-er Jahre auf freiwilliger Basis, noch vor der Verschmelzung der ehemals eigenständigen Gemeinden Ransbach und Baumbach und demnach auch lange vor Umsetzung der kommunalen Gebietsreform Rheinland-Pfalz, zusammengeschlossen. Während die ehemalige Feuerwehr der Gemeinde Ransbach immer wieder überregional zur Ölschadensbekämpfung eingesetzt worden war, wurde die Feuerwehr der Gemeinde Baumbach schon seit dem Bau der Bundesautobahnen BAB 3 und BAB 48 in der hiesigen Region zu Technischen Hilfeleistungen alarmiert.

Als logische Konsequenz aus dieser Zusammenlegung wurde im Jahre 1979 in der Stadt eine moderne Feuerwache errichtet. Nach einer zuvor gelungenen Fusion hatten die Kameraden ab diesem Zeitpunkt auch eine großzügige und funktionelle Unterkunft zur Verfügung.

Später wurde die Feuerwehr Ransbach-Baumbach dann in den neu gebildeten Gefahrstoffzug des Westerwaldkreises integriert. Die in Ransbach-Baumbach stationierten Fahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Prüfmodule des Gefahrstoffzuges werden nach wie vor durch den Westerwaldkreis bereitgestellt, hier am Standort eigenverantwortlich gepflegt und bei Bedarf von unserem Personal eingesetzt. Gefahrstoffunfälle und die Technische Hilfeleistungen waren und sind weiterhin zwei bedeutende Schwerpunkte in der Ausbildung in unserer Wehr.

Die städtische Feuerwehr als einziger Stützpunkt der Verbandsgemeinde (VG) Ransbach-Baumbach arbeitet eng mit den übrigen sieben Ortswehren zusammen. Grundsätzlich muss aber die Tageseinsatzbereitschaft an den Werktagen für das komplette Gebiet der VG (fast 16.000 Einwohner) in allen zehn Ortsgemeinden von hier aus sichergestellt werden.

Die Feuerwehr der Stadt Ransbach-Baumbach ist Stützpunktfeuerwehr der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach. Sie betreut ca. 20 Autobahnkilometer auf der BAB 3 und der BAB 48, weiterhin kommt sie auch bei einer Alarmstufenerhöhung auf ca. 44 weiteren Autobahnkilometern zum Einsatz. Beim ICE-Einsatz wird Hilfe in den Tunneln Oberhaid und Deesen in der eigenen Verbandsgemeinde, sowie in sämtlichen weiteren Tunneln im Westerwaldkreis geleistet.

Weiterhin ist die Feuerwehr Ransbach-Baumbach in die überregionale Alarmplanung der „ICE-Strecke Köln-Frankfurt“ weit über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus komplett eingebunden.

Diese Mehrfachbelastungen sind nur mit einer engagierten Mannschaft zu bewältigen. Derzeit verrichten bei der städtischen Wehr insgesamt 61 Kameraden (darunter 38 Atemschutzgeräteträger) aktiven Dienst.

Natürlich sind wir bei großen Schadensereignissen immer wieder von unseren Ortswehren und benachbarten Feuerwehren außerhalb unserer VG-Grenzen abhängig. Diese helfen immer dann hervorragend, wenn wir wieder mal personell und materiell an unsere Leistungsgrenzen stoßen.

Die bereits im Jahre 1973 gegründete Jugendfeuerwehr sorgt kontinuierlich für den engagierten Nachwuchs. Hier gab es bis zum heutigen Tage gottlob noch nie Personalprobleme. Wir haben mit der Jugendfeuerwehr seit nunmehr über 30 Jahren die besten Erfahrungen gemacht. Weit über die Hälfte der heute aktiven Kameraden sind ehemalige JFW-Mitglieder. Wir werden weiterhin auf unsere Konzeption zur Nachwuchspflege vertrauen.

Nach Prüfung der Fakten wird es eine „BAMBINI-Feuerwehr“ wie sie in diesen Wochen auf Landesebene offiziell „aus der Taufe gehoben“ wurde, an unserem Standort nicht geben. Ohne pädagogische Kenntnisse eine weitere Abteilung mit kleinen Kindern zu gründen mit dem Ziel, diese lieben „Knirpse“ schon ab dem Alter von 6 Jahren an sich binden zu wollen, entspricht nicht unseren Zielsetzungen. Wir sind auch der Auffassung, dass diese zusätzliche Maßnahme zur Mitgliederstärkung nicht zweckmäßig ist. Man müsste Jungen und Mädchen schließlich bis zu zehn Jahre (!) betreuen, bis sie endlich am Ziel sind und in die aktive Wehr übernommen werden. Wenn man sie jedoch über diesen langen Zeitraum nicht permanent für die Sache begeistern kann, werden sie sich abwenden und sind dann endgültig für die Wehr verloren. Vielleicht sieht die eine oder andere Feuerwehr dies jedoch als neue Möglichkeit, um dem sich abzeichnenden Mitgliederschwund entgegen zu wirken.

Sobald unsere Kameraden mit Erreichen der Altersgrenze keinen aktiven Dienst mehr verrichten und in den wohlverdienten „Feuerwehr-Ruhestand“ gehen, bleiben sie als Ehrenmitglieder permanent mit der aktiven Wehr verbunden und arbeiten nach Kräften „hinter den Kulissen“ mit.

Für die Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach als verantwortlicher Träger des Brandschutzes und der Allgemeinen Hilfe im kommunalen Bereich hat es oberste Priorität, die Feuerwehr immer auf der Grundlage der verantwortungsbewussten Haushaltsführung möglichst auf dem technisch neuesten Stand zu halten, damit im Einsatzfall effektive Hilfe geleistet werden kann. Dies betrifft insbesondere die Technische Hilfeleistung nach Unfällen aller Art. Vor dem Hintergrund, dass es praktisch bei jeder Alarmierung mit dem Stichwort „Eingeklemmte Person“ gilt, das Leben einzelner oder gleich mehrerer Menschen retten zu müssen/wollen, verbietet es sich von selbst, unkalkulierbare Risiken in Betracht zu ziehen und „faule“ Kompromisse bei Einsatzplanung, Ausbildung sowie Vorhaltung von Fahrzeugen und Material einzugehen. Bei objektiver Betrachtung und Wertung des hier zu schützenden höchsten Rechtsguts verbietet sich solch eine Vorgehensweise von selbst mit der Konsequenz, dass wir uns sicher nicht auf „Mindeststandards“ verlassen können.

Dass gerade bei der Unfallrettung auf unseren Autobahnen und Landstraßen die zuvor zitierten „Mindeststandards“ nicht ausreichen, um eine moderne und tatsächlich an den Bedürfnissen des/der Patienten orientierte Rettung sicher durchführen zu können, wissen alle erfahrenen Feuerwehren. Spätestens aber, wenn man zu schweren LKW-Unfällen alarmiert wird, muss man, vielleicht zu spät, erkennen, dass diese Tatsache nicht wegdiskutiert werden kann. Daher war diese Erkenntnis für uns immer eine Selbstverpflichtung mit der Folge, sich für eine kontinuierliche Verbesserung der eigenen Ausbildung, aber unabhängig davon immer auch der notwendigen Ausrüstung, einzusetzen.

Der Förderverein der hiesigen Wehr hilft bei der Finanzierung der anstehenden Investitionen jährlich mit beträchtlichen Summen tatkräftig mit. Alle Beschaffungen von Fahrzeugen und feuerwehrtechnischen Geräten unseres Trägers (VG) werden federführend von dort in enger Kooperation mit dem jeweils verantwortlichen Gremium der aktiven Wehr von der Besichtigung in Herstellerwerken über Testes und Vorführungen vor Ort bis hin zu gemeinsamen Ausschreibungsvorbereitungen etc. durchgeführt. Die hier anstehenden Aufgaben werden fortlaufend kooperativ und zielgerichtet erledigt.

Selbstverständlich werden niemals Investitionen vom Förderverein der Feuerwehr ohne die ausdrückliche Zustimmung der VG oder gar „am Träger vorbei“ getätigt. Somit ist auch unmöglich, dass unnötige und letztlich unsinnige Beschaffungen ohne fundiert begründete Notwendigkeit oder gar im Widerspruch zur Gesamtkonzeption der VG erfolgen. Nicht beabsichtigte und nicht kalkulierbare Folgekosten für die zukünftigen Haushalte der VG oder auch für den Förderverein werden zuverlässig ausgeschlossen. Dies wäre im Ergebnis auch vollkommen unwirtschaftlich, in jedem Falle absurd, niemals begründbar und der Sache nur schädlich. Bei dem hier in Ransbach-Baumbach angewendeten Verfahren ist dauerhaft gewährleistet, dass unsere Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände im Konsens mit dem letztlich immer verantwortlichen Träger (VG) am tatsächlichen Bedarf orientiert beschafft und die Gelder des Fördervereins wirkungsvoll und objektiv zielgerichtet verwendet werden. Dies funktioniert auch absolut reibungslos. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein kontinuierlicher, sachbezogener Dialog zwischen allen Beteiligten.

Wir freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit, insbesondere mit den Nachbarwehren außerhalb der eigenen VG, und hoffen auf viel mehr Kooperation ohne antiquiertes „Kirchturmdenken“ weit abseits von kommunalen Grenzen. Dies ist bekanntlich vom Gesetzgeber auch ausdrücklich so gewünscht. Aber starre und daher letztlich oft nur lähmende bürokratische Rahmen-Vorgaben in Alarmplänen wie z.B. diese kommunalen Zuständigkeiten und der eine oder andere überregionale Alarm- und Einsatzplan, weit weg am „grünen Tisch“ geboren und dann in der Fläche unflexibel umgesetzt, bremsen die Feuerwehren leider immer wieder und sind im Einzelfall lediglich geeignet, den gesunden Menschenverstand zu überlisten und das Gewissen einzelner Entscheidungsträger zu beruhigen. Die Feuerwehren wissen selbst um solche Schwachstellen, aber kaum einer spricht dies auch offen aus. Den in Not geratenen Menschen können die Feuerwehren dies auf Anfrage allesamt nicht vermitteln.

Die Feuerwehren in der Gesamtheit befinden sich in einem Wandel. Dies betrifft insbesondere die angespannte personelle Situation, die wir insgesamt schon lange spüren. Es liegt aber auch an uns allen, diesem sicher auf lange Sicht unumkehrbaren Trend überlegt und effektiv entgegenzuwirken, mögliche Fehler im eigenen System zu erkennen, abzustellen bzw. auch Verbesserungsvorschläge umzusetzen. Die Feuerwehr der Stadt Ransbach-Baumbach jedenfalls ist für sinnvolle und zukunftsweisende Änderungen immer offen.

Allen Besuchern dieser Homepage wünschen wir einen kurzweiligen und informativen Einblick in unsere Arbeit, verbunden mit der Bitte, uns bald mal wieder an dieser Stelle zu besuchen.